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Abstract

Thrombophilie und Antikoagulation in der Schwangerschaft
Thrombophilia and anticoagulation in pregnancy

Eine Schwangerschaft gilt prinzipiell aufgrund der Veränderung zwischen prokoagulatorischen und antikoagulatorischen Faktoren als Zustand einer erworbenen Hyperkoagulabilität, einer Thrombophilie. Ursachen hierfür sind neben dem Einfluss der Schwangerschaftshormone auf das Gerinnungssystem weitere Faktoren wie eine Weitstellung mütterlicher Gefäße und die erhöhte venöse Stase durch Kompressionseffekte des graviden Uterus. In Industrienationen steigern des Weiteren zivilisationsbedingte Einflüsse wie ein höherer Anteil übergewichtiger bzw. adipöser Frauen, ein höheres maternales Alter bei Schwangerschaften sowie die steigende Anzahl an Sectio-Entbindungen das Risiko von Thrombosen. Schwangerschaft und Puerperium gelten, nicht nur beim Vorhandensein weiterer hereditärer oder erworbener prokoagulatorischer Gerinnungsstörungen, als Zeitraum des höchsten Risikos für das Auftreten thrombembolischer Erkrankungen. Maternale Thrombophilien wurden zusätzlich als Risikofaktoren für Komplikationen wie (habituelle) Aborte, Spätaborte, Präeklampsie, intrauterine Wachstumsrestriktion sowie Fruchttode identifiziert. Daher sind risikoadaptierte Strategien zu Prophylaxe und Therapie maternaler Thrombembolien sowie fetaler Komplikationen von besonderer Bedeutung.

Michael K. Bohlmann
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum
Schleswig-Holstein - Campus Lübeck, Lübeck

Reviewer:Volker Thäle, Halle/Saale
und Ekkehard Schleussner, Jena

Bohlmann M. K. Thrombophilie ... Gynakol Geburtsmed Gynakol Endokrinol 2010; 6(1):30-42 publiziert 31.03.10 www.akademos.de/gyn ©akademos Wissenschaftsverlag 2010 ISSN 1614-8533