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Abstract

Schilddrüse und Schwangerschaft
Thyroid disorders and pregnancy

Sowohl klinisch manifeste als auch latente Funktionsstörungen der Schilddrüse (SD) beeinträchtigen nicht nur die Fruchtbarkeit, sondern auch den Schwangerschaftsverlauf. Aufgrund der z.T. geringen, aber auch unspezifischen Symptome der Schilddrüsendysfunktion fällt die Erkrankung bei vielen Frauen erst im Zusammenhang mit einer Kinderwunschbehandlung oder aber als Zufallsbefund auf. Latente Dysfunktionen sind in der Schwangerschaft mit einer Häufigkeit von ca. (0,5–)5 % relativ häufig anzutreffen. Während der Schwangerschaft sollte neben dem Thyroidea-stimulierenden Hormon (TSH) unbedingt auch das freie Thyroxin (fT4) bestimmt werden. Besonders bei einer Unterfunktion ist der Thyroxinperoxidase-Antikörper als spezifischer Marker einer Autoimmunthyreoiditis vom Typ Hashimoto abzuklären. Bei Kinderwunsch ist eine straffe Einstellung der Schilddrüsenhormone anzustreben mit einem TSH-Wert von ca. 1,0 (0,5–1,5). In der Schwangerschaft sollten insbesondere die peripheren Hormone für die Einstellung der Schilddrüse herangezogen werden, da das TSH durch humanes Choriongonadotropin (HCG) supprimiert sein kann. Deutschland ist, obwohl sich die Jodversorgung in den letzten 10 Jahren verbessert hat,weiterhin ein Jodmangelgebiet: Betroffen sind allerdings nicht mehr alle Bevölkerungsschichten. Einige Studien konnten zeigen, dass eine mütterliche Hypothyreose zu einer geringgradig geminderten Intelligenz des Neugeborenen führt. Bei jeder Schwangeren sollte daher eine Jodsupplementierung mit 100–150 ?g Jod angeraten werden, um eine ausreichende Zufuhr dieses Spurenelements sicherzustellen.Auch eine Hashimoto- Thyreoiditis wird heutzutage nicht mehr als Kontraindikation für eine Jodgabe gewertet. Eine Überdosierung, d. h. die Gabe von 500 ?g Jod und mehr, sollte allerdings vermieden werden.

Kai J. Bühling
Klinik und Poliklinik für Gynäkologie,
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf,Hamburg

Reviewer: Heinz-G. Bohnet,Hamburg
und Julia Wuttich, Berlin

Bühling K. J. Schilddrüse ... Gynakol Geburtsmed Gynakol Endokrinol 2010;6(1):44-56 publiziert 31.03.10 www.akademos.de/gyn ©akademos Wissenschaftsverlag 2010 ISSN 1614-8533