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Abstract

Barriere-Methoden, chemische und natürliche Kontrazeption
Barrier methods, chemical and natural contraception

Der Wunsch nach einer sicheren Verhütung beschäftigt die Menschen schon seit mehreren tausend Jahren. Lange vor unserer Zeitrechnung versuchten die Menschen Schwangerschaften mit verschiedenen Mitteln, wie etwa Pflanzenextrakte aus Akazienblättern gemischt mit Honig und Öl, Amuletten,Weihrauch u. a., zu verhüten. In der Antike gab es bereits Kondome aus Tierdarm. Man verwendete auch mit Zitronensaft getränkte Baumwolle oder eine Mischung aus Weidenblättern, Granatapfelsamen (enthalten Estriol) und Wachs.Coitus interruptus wurde zu jeder Zeit praktiziert. Im Mittelalter wurde von der Kirche Enthaltsamkeit gepredigt. Onanie war eine schwere Sünde. Der Rückgang der ehelichen Fruchtbarkeit war ein besonderes Phänomen in den gesellschaftlichen Oberschichten,was ein Hinweis auf die Anwendung von wirksamen Verhütungsmitteln sein könnte. Das erste Kondom aus Leinen wurde 1504 von Fallopius hergestellt. Im 16. Jahrhundert boomte das Kondom und wurde aus verschiedenen anderen Materialien, wie etwa Seide, Leder,Tierdärme oder Schildkröten, produziert. G.Casanova verwendete unter anderem eine goldene Halbkugel oder eine halb ausgepresste Zitronenhälfte als Pessare. Im 19. Jahrhundert wurde die Portiokappe erfunden. Mit der Erfindung des Kautschuks wurde die Herstellung von Kondomen revolutioniert und sie konnten in größeren Mengen produziert werden. Ab 1882 wurden Scheidendiaphragmen hergestellt. Die größte Veränderung der kontrazeptiven Sicherheit brachte die Entdeckung der hormonalen Steuerung des Zyklus und deren Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit Anfang des 20. Jahrhunderts (Jütte 2003).

Cornelia Friedrich1, Hans-Joachim Ahrendt2
1 Praxis für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Sexualmedizin,Köthen
2 Praxis für Frauenheilkunde, Klinische Forschung und
Weiterbildung,Magdeburg

Reviewer: Anna Stegelmann, Berlin
und Jana Maeffert, Berlin

Friedrich C. Barriere-Methoden ... Gynakol Geburtsmed Gynakol Endokrinol 2010; 6(2):84-93 publiziert 31.07.10 www.akademos.de/gyn ©akademos Wissenschaftsverlag 2010 ISSN 1614-8533