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Abstract

Endometriumhyperplasie
Endometrial hyperplasia

Die Endometriumhyperplasie ist oft klinisch relevant, da sie Blutungsstörungen verursacht. Einige Typen der Endometriumhyperplasie sind auch echte Präkanzerosen für das Endometriumkarzinom. In der Diagnostik sind die Blutungsstörungen sowie ein sonografisch hochaufgebautes Endometrium richtungweisend für eine Endometriumhyperplasie. In der Perimenopause kann bei einem hochaufgebauten sonografischen Endometrium und Blutungsstörungen zunächst ein sonografisch gestützter Gestagentest durchgeführt werden, so dass dann eine Differenzialdiagnostik zwischen Endometriumhyperplasie und anderen Endometriumveränderungen (Polypen, Karzinom) möglich ist. Vielen Patienten kann so ein invasiver Eingriff erspart werden. In allen anderen Situationen ist eine Hysteroskopie mit fraktionierter Abrasio die diagnostische Methode der Wahl. Anhand des Histologiepräparates ist dann der Pathologe gefordert, eine entsprechende Klassifikation der Endometriumhyperplasie in die vier Typen (einfache Hyperplasie, einfache atypische Hyperplasie, komplexe Hyperplasie und atypische komplexe Hyperplasie) vorzunehmen. Diese Klassifikation ist die Grundlage für alle weiteren Therapieentscheidungen. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass beim histologischen Nachweis einer atypischen Hyperplasie im Abrasionsmaterial später in bis zu 40 % Endometriumkarzinome nachweisbar sind. Dies muss bei der Therapieplanung berücksichtigt werden. In der medikamentösen Therapie der Endometriumhyperplasie spielen Gestagene eine wichtige Rolle. Neben der systemischen oralen Gestagenapplikation (zyklische oder kontinuierliche Therapie) liegen auch gute Ergebnisse mit der Anwendung der lokalen Gestagentherapie mit dem Levonorgestrel-IUS vor. Medikamentöse Therapien sind generell bei allen Hyperplasien ohne Atypien möglich. Bei Vorliegen von Hyperplasien mit Atypien bei Patientinnen mit Kinderwunsch ist eine konservative Therapie nur mit äußerster Zurückhaltung und unter strengen klinischen und sonografischen Kontrollen möglich. Bei einfachen Hyperplasien ist die Endometriumresektion eine operative organerhaltende Therapieoption. Bei allen Formen der atypischen Hyperplasie stellt die komplette Hysterektomie die Therapie der Wahl dar, da immer berücksichtigt werden muss, dass bereits ein frühes Endometriumkarzinom vorliegen kann. Die totale Hysterektomie sollte dementsprechend prinzipiell ohne Morcellement durchgeführt werden. Durch die frühzeitige Erkennung und Therapie der Endometriumhyperplasie kann die klinische Symptomatik (Blutungsstörungen) erfolgreich behoben werden. Durch die adäquate medikamentöse oder operative Therapie der Endometriumhyperplasie können Endometriumkarzinome verhindert werden. Die Therapie der Endometriumhyperplasie bedarf, abhängig von der Klassifikation der Endometriumhyperplasie, dem Menopausestatus der Patientin und der klinischen Symptomatik einer sehr differenzierten Umsetzung in der Praxis.

Thomas Römer
Gynäkologisch-geburtshilfliche Abteilung,
Evangelisches Krankenhaus Köln-Weyertal, Köln
Reviewer: Dolores Foth, Köln
und Gunther Göretzlehner, Rostock

Römer T. Endometriumhyperplasie Gynakol Geburtsmed Gynakol Endokrinol 2011; 7(2): 150–167 publiziert 31.07.11 www.akademos.de/gyn ©akademos Wissenschaftsverlag 2011 ISSN 1614-8533