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Abstract

Rationale zur Krebsfrüherkennung - was ist wirklich evident?
Rationale for the early diagnosis of gynecologic cancer. Is there an evidence for screening?

Der deutliche Nutzen einer Mammografie ist nur für die Population der 50- bis 69-Jährigen belegt. Im Median führt ein Mammografiescreening in dieser Altersgruppe zu einer 16,5%igen Reduktion des Risikos, an Brustkrebs zu erkranken, im Vergleich zu Frauen gleichen Alters ohne eine Mammografie. Wird eine Mammografie bereits ab dem 40. bis 50. Lebensjahr durchgeführt, sinkt die Mortalität nur um zusätzliche 3 % bis maximal 10 %. Das Problem sind vor allem häufige falsch-positive Resultate, die wesentliche Ressourcen verbrauchen und eine große psychische Belastung für die Patientinnen darstellen. Beim Zervixkarzinom ist die Zytologie traditioneller Bestandteil des Screenings. Die Effektivität des zytologischen Screenings ist für das Plattenepithelkarzinom und das adenosquamöse Karzinom (Risikoreduktion von 75 % bzw. 83 %) deutlich höher als beim Adenokarzinom (Risikoreduktion von 43 %). Screeningstudien haben für die HPV-Hochrisiko(HR)-Testung eine deutlich höhere Sensitivität als für die Zytologie ergeben (95 % vs. 55 %). In Deutschland wird ab dem 30. Lebensjahr ein HPV-HRTest durchgeführt. Bei Endometrium-, Ovarial-, Vulva- und Vaginalkarzinom besteht kein Hinweis auf die Effektivität eines Screenings.

Edgar Petru, Tina Idris
Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Klinische
Abteilung für Gynäkologie, Medizinische Universität Graz, Österreich
Reviewer: Wolfgang Friedmann, Bremerhaven
und Friederike Gieseking, Hamburg

Petru E. Rationale ... Gynakol Geburtsmed Gynakol Endokrinol 2011; 7(3): 256-271 publiziert 30.11.11 www.akademos.de/gyn ©akademos Wissenschaftsverlag 2011 ISSN 1614-8533