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Abstract

Beratung bei maternalen Erkrankungen in der Schwangerschaft
Advice on maternal diseases during pregnancy

Maternale Erkrankungen erfordern eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie eine engmaschige Betreuung und Beratung der Patientin, welche schon vor der Schwangerschaft beginnen sollten, damit die Risiken für Mutter und Kind frühzeitig gesenkt werden können. Jeder Schwangeren mit Epilepsie sollte eine erweiterte pränatale Diagnostik angeboten werden, da alle antikonvulsiven Medikamente einen gewissen teratogenen Effekt haben. Falls möglich, ist eine Monotherapie mit optimaler Anfallskontrolle anzustreben. Bei Zustand nach Apoplex sind eine engmaschige Kontrolle der für den Schlaganfall prädisponierenden Risikofaktoren (z. B. arterielle Hypertonie, Thrombophilie) und ggf. eine konsequente Sekundärprävention Vorraussetzungen für eine komplikationslose Schwangerschaft. Bei präexistentem Hypertonus sollte – optimalerweise präkonzeptionell – eine Risikostratifizierung im Sinne der Evaluation von Endorganschäden durchgeführt werden, um u. a. das Risiko für die Entwicklung einer Präeklampsie adäquat einschätzen zu können. Rheumatologische Erkrankungen können in der Schwangerschaft sehr unterschiedlich verlaufen. Hier erhöhen besonders das Vorliegen von gewissen Autoantikörpern (z. B. Anti-SS-A-/Anti-SS-B-AK, Antiphospholipid-AK; AK = Antikörper) das Risiko. Zur Planung einer adäquaten antikoagulativen Therapie ist bei Zustand nach Thrombose nicht nur die Kenntnis der Risikofaktoren, sondern auch die Erhebung einer gründlichen Eigen- und Familienanamnese von großer Bedeutung.

Julia Knabl, Franz Kainer
Klinikum der Universität München, Klinik und Poliklinik
für Frauenheilkunde und Geburtshilfe – Innenstadt, München

Reviewer: Ulrike Friebe-Hoffmann, Düsseldorf,
und Holger Maul, Hamburg

Knabl J. Beratung ... Gynakol Geburtsmed Gynakol Endokrinol 2012; 8(2): 122–140 publiziert 31.07.2012 www.akademos.de/gyn ©akademos Wissenschaftsverlag 2012 ISSN 1614-8533