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Abstract

Prävention des Zervixkarzinoms durch HPV-Impfung und HPV-Screening
Prevention of cervical cancer through HPV vaccination and HPV screening

Humane Papillomaviren (HPV) spielen in der Genese nahezu aller Zervixkarzinome eine kausale Rolle. HPV-Infektionen sind bei jungen Frauen häufig und heilen meist spontan aus, maligne Progressionen zum invasiven Karzinom treten nur bei einer Minderheit und nach einer langen Latenzzeit von durchschnittlich 15—30 Jahren auf, mit einer minimalen Latenzzeit von acht Jahren. Die HPV-abhängige Entstehung bietet große Chancen, das Zervixkarzinom durch eine HPV-Impfung primär oder aber durch ein HPV-Screening sekundär zu verhindern. Die quadrivalente HPV-6/11/16/18- und die bivalente HPV-16/18-Impfung sind sicher und effektiv. Per protocol geimpfte Personen sind nahezu vollständig vor persistierenden Infektionen mit den im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen geschützt. Aufgrund von Kreuzprotektion gegenüber verwandten HPV-Typen kann insgesamt eine 70—80%ige Reduktion von hochgradigen Krebsvorstufen durch die Impfungen erwartet werden. Die Dauer des Impfschutzes scheint bei mehr als 20 Jahren zu liegen, die höchste Effizienz besteht für die Impfung von Mädchen vor dem ersten Verkehr. Ein negativer HPV-Test schließt nahezu jegliches Risiko für die Erkrankung am Zervixkarzinom für die nächsten sechs Jahre aus. Primäres HPV-Screening bei Frauen ab 30 Jahren war in der Metaanalyse randomisiert kontrollierter Studien effektiver in der Detektion von CIN 3 und der Prävention des Zervixkarzinoms als die Zytologie. Das Wolfsburger Pilotprojekt zum primären HPV-Screening bestätigt, dass sich diese Vorteile in die tägliche deutsche Praxisroutine übertragen lassen. Die Kombination aus HPV-Impfung und HPV-Screening bietet die Chance, das Zervixkarzinom langfristig auszurotten.

Karl Ulrich Petry
Klinikum der Stadt Wolfsburg, Klinik für Frauenheilkunde,
Geburtshilfe und Gynäkologische Onkologie, Wolfsburg

Reviewer: Eva Werner, Schwerin,
und Michael Wojcinski, Bielefeld

Petry K. U. Prävention ... Gynakol Geburtsmed Gynakol Endokrinol 2012; 8(2): 162–175 publiziert 31.07.2012 www.akademos.de/gyn ©akademos Wissenschaftsverlag 2012 ISSN 1614-8533