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Abstract

Makronährstoffe in der Schwangerschaft
Macronutrients during pregnancy

Die Energie- und Makronährstoffaufnahme vor und im Verlauf der Schwangerschaft hat erwiesenermaßen einen Einfluss auf die mütterliche und kindliche Gesundheit sowie schwangerschaftsassoziierte Komplikationen. Praxisrelevant ist vor allem eine überkalorische Ernährung, die die Entwicklung von Übergewicht und zentraler Adipositas bereits vor der Konzeption begünstigt, was mit einem höheren Risiko für Gestationsdiabetes sowie Geburtskomplikationen assoziiert ist. Darüber hinaus ist eine hohe Energiezufuhr in der Regel mit einer zu hohen Aufnahme von Fett, gesättigten Fetten, Transfetten und Cholesterin verbunden. Mehrfach ungesättigte Fette aus pflanzlichen Ölen sind dagegen essenziell. Sie beeinflussen außerdem das Lipidprofil günstig und verbessern nach derzeitigen Erkenntnissen auch die Insulinsensitivität. Ungesättigte Fette der Omega-3-Reihe aus fettreichem Seefisch wirken sich günstig auf die motorische und kognitive Entwicklung des Kindes sowie auf Entzündungsvorgänge, die Immunfunktion und das Allergierisiko aus. Entscheidend sind darüber hinaus die Quantität und vor allem die Qualität der Kohlenhydrataufnahme. Die Reduktion der Aufnahme von rasch resorbierbaren Kohlenhydraten (Zucker), stattdessen die Bevorzugung komplexer Kohlenhydrate aus Gemüse und Salat und damit verbunden eine Steigerung der Ballaststoffzufuhr vermindern das Risiko für Übergewicht, eine zu starke Gewichtsentwicklung in der Schwangerschaft, Gestationsdiabetes, eine Makrosomie des Kindes und möglicherweise auch für eine Präeklampsie. Die Proteinversorgung liegt heute im Allgemeinen im Bereich der Empfehlung. Auch Lakto- und Ovolaktovegetarier sind in der Regel ausreichend mit essenziellen Aminosäuren versorgt, da auch pflanzliche Lebensmittel, insbesondere Hülsenfrüchte, eine gute Proteinquelle darstellen. Eine streng vegane Kost ist allerdings für Schwangere kritisch. Der Stellenwert einer gesunden Ernährung und eines besseren Lebensstils sollte frühzeitig im Beratungsgespräch thematisiert werden, zumal Frauen mit Kinderwunsch bzw. Schwangere einer Beratung vergleichsweise offen gegenüberstehen. Die rechtzeitige Beratung gewinnt auch durch die Hinweise auf eine fetale Programmierung der späteren Ernährungsweise des Kindes durch die Makronährstoffaufnahme der Mutter zunehmend an Bedeutung.

Birgit-Christiane Zyriax, Eberhard Windler
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf,
Endokrinologie und Stoffwechsel des Alterns, Hamburg
Reviewer: Ekkehard Schleußner, Jena,
und Cornelia Wäscher, Berlin

Zyriax B.-Ch. Makronährstoffe ... Gynakol Geburtsmed Gynakol Endokrinol 2012; 8(3): 216–234 publiziert 30.11.2012 www.akademos.de/gyn ©akademos Wissenschaftsverlag 2012 ISSN 1614-8533