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Abstract

Späte Schwangerschaftsabbrüche – Durchführung und rechtliche Aspekte
Late abortions – implementation and legal aspects

Späte Schwangerschaftsabbrüche (SSSA) an oder oberhalb der Grenze zur Lebensfähigkeit sind für Schwangere, aber auch für beteiligte Ärzte Ausnahmesituationen. Der prozentuale Anteil der SSSA an der Gesamtzahl aller Schwangerschaften (Geburten und gemeldete Abbrüche) betrug in Deutschland im Jahr 2010: 0,0586 %. Sein Anteil an der Zahl der gemeldeten Abbrüche liegt bei 0,42 %. Voraussetzung für die Durchführung eines SSSA ist eine ärztlich bescheinigte medizinische (medizinisch-soziale) Indikation (MSI). Diese MSI ist vom Gesetzgeber vorgesehen, um unter Berücksichtigung gegenwärtiger und zukünftiger Lebensverhältnisse nach ärztlicher Einschätzung eine Gefahr für das Leben oder schwerwiegenden Beeinträchtigung des körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes der Schwangeren abzuwenden. Nur in wenigen Fällen liegt eine akute vitale Bedrohung der Schwangeren vor. Auslöser für die MSI ist in den meisten Fällen eine nachgewiesene schwere fetale Erkrankung, deren Prognose infaust oder nicht heilbar ist und/oder mit erheblichen bleibenden Einschränkungen für Kind und Mutter einhergeht. Für Schwangere und betroffene Paare stellt sich die Entscheidung für oder gegen ein schwer behindertes Kind als emotionale, partnerschaftliche und physischpsychische Extrembelastung dar. Um die Beendigung einer Schwangerschaft mit nicht lebendem Kind sicherzustellen, ist oberhalb der 21. Schwangerschaftswoche (SSW) ein Fetozid notwendig. Um in diesem Kontext im Rahmen unserer Rechtsnormen zu agieren, müssen zahlreiche juristische, medizinische und ethische Aspekte berücksichtig und beachtet werden.

Holger Lebek
Praxis für Pränatale Diagnostik, Berlin
Reviewer: Christoph Berg, Köln und Bonn,
und Rainer Bollmann, Berlin

Lebek H. Späte ... Gynakol Geburtsmed Gynakol Endokrinol 2013; 9(3): 220–237 publiziert 30.11.2013 www.akademos.de/gyn ©akademos Wissenschaftsverlag 2013 ISSN 1614-8533