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Abstract

Blutungsstörungen in der Prä-, Peri- und Postmenopause
Bleeding disorders in pre-, peri- and postmenopause

Blutungsstörungen in der Prä-, Peri- und Postmenopause sind ein häufiges klinisches Problem. In vielen Fällen kann durch eine sorgfältige Anamnese, klinische Untersuchungen, Vaginalsonografie und gegebenenfalls die Kombination mit einem Gestagentest eine invasive Diagnostik vermieden werden. Prinzipiell sind vor einer hormonellen Therapie organische Ursachen auszuschließen. Dies gilt besonders für den Ausschluss eines Korpuskarzinoms bei postmenopausalen Blutungen. Zusatzblutungen in der Prämenopause lassen sich gut durch hormonelle Therapien behandeln. Für die Behandlung von Hypermenorrhöen und Metrorrhagien steht eine Reihe von medikamentösen Therapieoptionen zur Verfügung. Die Anwendung eines Levonorgestrel-freisetzenden Intrauterinsystems (LNG-IUS) oder die Endometriumablation sind ebenfalls sinnvolle organerhaltende Maßnahmen. Eine Hysterektomie ist in diesen Situationen nur selten erforderlich. In der Perimenopause ist besonders auf eine sorgfältige Diagnostik der Metrorrhagien zu achten, um Endometriumhyperplasien adäquat zu diagnostizieren und zu therapieren. In der Postmenopause spielt die Vaginalsonografie eine entscheidende Rolle. Bei einem dünnen Endometrium und einer einmaligen Postmenopausenblutung ist ein konservatives exspektatives Management gerechtfertigt. In Risikosituationen und bei wiederholten Blutungen muss in jedem Fall invasiv abgeklärt werden, um ein Korpuskarzinom auszuschließen. Blutungsstörungen in der Praxis bedürfen einer spezifischen situationsbezogenen individuellen Diagnostik und Therapie.

Thomas Römer
Evangelisches Krankenhaus Köln-Weyertal, Köln
Reviewer: Matthias David, Berlin,
und Stephan Heß, Hamburg

Römer T. Blutungsstörungen ... Gynakol Geburtsmed Gynakol Endokrinol 2018; 14(1): 86–99 publiziert 31.3.2018 www.akademos.de/gyn ©akademos Wissenschaftsverlag 2018 ISSN 1614-8533