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Abstract

PCO-Syndrom und Hyperandrogenämie
Polycystic ovary syndrome (PCOS)

Das polyzystische Ovarsyndrom (PCO-Syndrom) wurde erstmalig 1935 als klinische Trias von Amenorrhoe, Hirsutismus und Adipositas beschrieben und fand nach seinen Erstbeschreibern als sogenanntes Stein-Leventhal-Syndrom Eingang in die Literatur (Stein u. Leventhal 1935). Mit einer Prävalenz von 5—10% in Mitteleuropa handelt es sich dabei um eine der häufigsten endokrinen Störungen bei Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter (Franks 1995). Die volle Ausprägung eines PCO-Syndroms mit Amenorrhoe und vergrößerten porzellanfarbenen Ovarien mit verdickter Tunica albuginea, die bei fehlenden Eisprungnarben eine glatte Oberfläche aufweisen, wird nur selten gesehen. Eine Hyperandrogenämie ist in bis zu 50% ursächlich für eine Oligo oder Amenorrhoe (Weise et al. 1989). Bei etwa jeder fünften Frau im fertilen Alter lassen sich polyzystische Ovarien sonographisch nachweisen (Polson et al. 1998). Bei Sterilitätspatientinnen mit Oligomenorrhoe sowie bei Frauen mit Hirsutismus werden von verschiedenen Arbeitsgruppen in bis zu 90% aller Fälle sonographisch polyzystische Ovarien beschrieben (Hull 1987). In einer im letzten Jahr durchgeführten Aufarbeitung von Patientendaten aus den vergangenen 25 Jahren fand eine italienische Arbeitsgruppe heraus, dass 72,1% der ihnen zugewiesenen Patientinnen mit klinischen Zeichen von Hyperandrogenismus ein PCO-Syndrom aufwiesen. 56,6% hatten dabei die klassische Form mit Anovulation entwickelt, die restlichen 15,5% waren noch ovulatorisch. Gegenüber anderen Formen des Androgenexzesses wiesen Patientinnen mit PCO-Syndrom ein höheres Körpergewicht auf (Carmina et al. 2006). Die Definition des PCO-Syndroms erfolgte dabei nach den in Tabelle 1 beschriebenen aktuellen Kriterien.

Michael A. Graf

Reviewer: Andreas Schüring, Münster
und Sören v. Otte, Lübeck

CME Praktische Fortbildung Gynäkologie, Geburtsmedizin und Gynäkologische Endokrinologie 3/2006:4- 16