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Abstract

Dopplersonographie in der Geburtsmedizin
Dopplersonographie in der Geburtsmedizin

Die Dopplersonographie der Arteria uterina zum Zeitpunkt des 2. Screenings nach den Mutterschaftsrichtlinien ist eine nicht-invasive, kostengünstige und leicht erlernbare Untersuchung. Es ist durch Studien gut belegt, dass die Dopplersonographie der Arteria uterina im 2. Trimenon zur Vorhersage insbesondere von Präeklampsie oder IUGR besser geeignet ist bei gleicher falsch-positiver Rate als die alleinige Berücksichtigung anamnestischer Faktoren der Schwangeren. Die besten Vorhersagewerte werden bei der Kombination anamnestischer Faktoren mit der Dopplersonographie der Arteria uterina erreicht. Dadurch können Schwangere mit einem erhöhten Risiko erkannt und die Schwangerschaftsüberwachung intensiviert werden. Umgekehrt kann ein unauffälliges Ergebnis der Dopplersonographie der Arteria uterina zu einer emotionalen Entlastung der Schwangeren führen unter Vermeidung zusätzlicher, nicht erforderlicher Untersuchungen. Darüber hinaus könnte die Dopplersonographie der Arteria uterina im 1. Trimenon nützlich sein, ein Kollektiv von Schwangeren zu identifizieren, das eventuell von einer medikamentösen Prophylaxe während der Schwangerschaft profitieren kann. Hierzu müssen die Ergebnisse weiterer Untersuchungen abgewartet werden. Bei der Wahl des optimalen Entbindungszeitpunktes für Feten mit einer IUGR findet eine Abwägung fetaler Risiken (schwere Azidose, intrauteriner Fruchttod) gegen Risiken der Frühgeburtlichkeit (z.B. dauerhaftes neurologisches Handicap) statt. Die zunehmende Pathologie der Plazentavaskularisation manifestiert sich in steigenden Widerstandsindizes der Arteria umbilicalis. Bei fortschreitender plazentarer Dysfunktion kann es zur Zentralisationsreaktion mit »brain sparing« (Pulsatilitäsabnahme) in der Arteria cerebri media und enddiastolischem Flussverlust bzw. Reversed-Flow in der Arteria umbilicalis kommen. Eine Pulsatilitätserhöhung in den herznahen Venen, z.B. im Ductus venosus, bis hin zum Verlust des antegraden Flusses oder Auftreten eines Reverse-Flow im Ductus venosus stellt den Endpunkt der Progression im Falle einer IUGR auf dem Boden einer plazentaren Dysfunktion dar und beinhaltet ein hohes Risiko eines kardialen, hepatischen oder generalisierten Kreilsaufversagens beim Feten mit den Folgen für das Outcome. Der Einfluss der Tragzeit und des Geburtsgewichtes auf das neonatale Outcome ist bei IUGR-Feten < vollendeten 27. SSW nach neuen Daten höher einzuschätzen als Auffälligkeiten im Ductus venosus zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft, wohingegen die Dopplersonographie des Ductus venosus >27. SSW den stärksten Vorhersagewert für neonatale Komplikationen zu haben scheint (Schwarze et al. 2005; Baschat et al. 2007).

Roland Axt-Fliedner

Reviewer: Bernd Hüneke,Hamburg
und Rainer Terinde,Ulm

Gynakol Geburtsmed Gynakol Endokrinol 2007;3(3):34-44