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Abstract

Das Gespräch über Sexualität in der gynäkologischen Sprechstunde
Das Gespräch über Sexualität in der gynäkologischen Sprechstunde

Für viele Patientinnen und Ärzte ist das Gespräch über Sexualität noch kein fester Bestandteil der gynäkologischen Konsultation, obgleich sexuelle Probleme häufig sind und viele betroffene Frauen ärztliche Hilfe erwarten. Unsicherheit über die Art der Gesprächsführung und therapeutische Hilflosigkeit sind bei Ärzten Gründe für eine Vermeidung des Themas. Es bedarf deswegen eines strukturierten Gesprächsleitfadens, welcher folgenden Anforderungen genügen muss:
• Respekt gegenüber den Einstellungen und Wertvorstellungen der Patientin;
• Berücksichtigung und Umgang mit den von der Patientin gesetzten Grenzen;
• Sicherheit im Umgang mit sexuellen Begriffen und sexueller Sprache;
• Empathie und Umgang mit komplexen Emotionen; biopsychosozial orientierte, klar strukturierte Abklärung unter aktiver Einbeziehung der Patientin;
• gemeinsame Entscheidungsfindung bezüglich Lösungen;
• Akzeptanz therapeutischer Grenzen. Ein solcher Gesprächsleitfaden orientiert sich an acht Schritten: 1. Einstieg ins Thema, Beginn der Reise 2. das Narrativ: Die Patientin hat das Wort; 3. die erste gemeinsame Differenzierung – das aktive Nachfragen 4. die »typische sexuelle Episode« – die Verhaltensbeschreibung 5. die Exploration der Hintergründe und der bedingenden Faktoren 6. der runde Tisch mit der zusammenfassenden Diagnose und den therapeutischen Zielen 7. Brainstorming über Lösungsmöglichkeiten 8. gemeinsame Entscheidungsfindung bezüglich der individuellen (Paar)Lösung

Johannes Bitzer

Reviewer:Mechthild Neises,Hannover
und Christine Klapp, Berlin

Gynakol Geburtsmed Gynakol Endokrinol 2007;3(3):58-67